Bodenprojekte in Parkdecks, Lagerhallen, Produktionsbereichen, Geschäftsgebäuden und öffentlichen Gehwegen werden zunehmend daran gemessen, wie schnell sie wieder genutzt werden können. Eigentümer möchten Ausfallzeiten reduzieren. Verarbeiter wünschen kürzere Überarbeitungsintervalle und eine schnellere Übergabe. Deshalb besteht weiterhin eine klare Marktnachfrage nach schnellhärtenden Bodenbeschichtungssystemen.
Polyaspartic-Harz kann zusammen mit aliphatischen Isocyanat-Härtern eingesetzt werden, um schnellhärtende, hochfeststoffhaltige, VOC-arme und witterungsbeständige 2K-Bodenbeschichtungen zu formulieren. Typische Anwendungen sind transparente Boden-Deckbeschichtungen, dekorative Bodensysteme, industrielle Bodenbeschichtungen und Parkdeckbeschichtungen.
Eine Bodenbeschichtung sollte jedoch nie allein auf Geschwindigkeit ausgelegt werden. Ein zuverlässiges schnellhärtendes System ist nicht automatisch das System, das auf dem Papier am schnellsten reagiert. Entscheidend ist ein Gleichgewicht zwischen Verarbeitungszeit, Verlauf, Entlüftung, Viskosität, Nutzungsfreigabe, Abriebfestigkeit, chemischer Beständigkeit und Kosten. Viele Probleme auf der Baustelle entstehen nicht, weil das Harz zu langsam ist. Häufiger ist das System für die Anwendung zu schnell, oder die Bedingungen vor Ort wurden nicht ausreichend berücksichtigt.
Schnelle Härtung ist nicht das einzige Ziel
Bodenbeschichtungen werden in der Regel auf großen Flächen verarbeitet. Verarbeiter benötigen genügend Zeit, um die Beschichtung mit Rakel oder Rolle aufzutragen, Randbereiche sauber auszuführen, Einstreumaterial aufzubringen, Luft entweichen zu lassen und eine nasse Kante zu halten. Wenn die Viskosität des Systems nach dem Mischen zu schnell ansteigt, werden Verlauf und Entschäumung schwierig. Das Ergebnis können starke Rollspuren, Ansatzstellen, große Blasen oder andere sichtbare Oberflächenfehler sein.
Bei der Bewertung eines schnellhärtenden Systems sollte die Frage nicht einfach lauten: „Wie schnell trocknet es?“ Die Gelzeit gibt einen Hinweis auf die Reaktionsgeschwindigkeit und den Viskositätsaufbau. Die Topfzeit beziehungsweise Verarbeitungszeit beschreibt das tatsächliche Verarbeitungsfenster deutlich besser. Grifffestigkeit beschreibt nur den Oberflächenzustand. Durchhärtung ist stärker mit der frühen Filmfestigkeit verbunden. Die Zeit bis zur Nutzungsfreigabe ist meist der Punkt, der für den Eigentümer am wichtigsten ist.
Diese Begriffe hängen zusammen, sind aber nicht austauschbar. Eine sehr kurze Gelzeit macht ein System nicht automatisch für großflächige Bodenbeschichtungen geeignet. Eine schnelle Grifffestigkeit beweist ebenfalls nicht, dass frühe Härte, Haftung und chemische Beständigkeit bereits ausreichend entwickelt sind.
Der Wert von Polyaspartic-Harz liegt in seiner Einstellbarkeit
Polyaspartic-Harze enthalten sekundäre Aminstrukturen mit einer gewissen sterischen Hinderung. Dadurch lässt sich die Reaktion mit Isocyanaten besser steuern als bei konventionellen Spritz-Polyurea-Systemen. Die Reaktionsgeschwindigkeit kann über die Harzstruktur, die Auswahl der passenden Type und den Härter eingestellt werden. Deshalb lässt sich Polyaspartic-Chemie zu 2K-Bodenbeschichtungen formulieren, die für Rollenauftrag, Rakelauftrag oder konventionelles Spritzen geeignet sind und nicht nur für Hochdruck-Spritzanlagen.
Für Formulierer von Bodenbeschichtungen ist diese Flexibilität sehr praktisch. Polyaspartic-Harz unterstützt hochfeststoffhaltige und VOC-arme Systeme. Es kann Überarbeitungszeiten und die Zeit bis zur Nutzungsfreigabe verkürzen. In aliphatischen Systemen trägt es außerdem zu besserer Vergilbungsbeständigkeit, Witterungsbeständigkeit und Glanzhaltung bei als viele aromatische Systeme. Durch die Kombination von schnellhärtenden, langsamer härtenden und niedrigviskosen Typen können Formulierer Festkörpergehalt, Verarbeitungszeit und Trocknungsgeschwindigkeit einstellen, statt ein einziges festes Reaktionsprofil akzeptieren zu müssen.
Die Harzauswahl sollte nicht nur auf „schnell“ oder „langsam“ beruhen
Innerhalb der FEISPARTIC-Serie übernehmen verschiedene Typen unterschiedliche Aufgaben in Bodenbeschichtungsformulierungen. F420 ist ein typisches schnellhärtendes Polyaspartic-Harz und häufig ein guter Ausgangspunkt für Systeme, die eine schnellere Härtung und ein ausgewogenes Gesamtleistungsprofil benötigen. Bei großflächiger Verarbeitung oder auf Baustellen mit hohen Temperaturen müssen Topfzeit und Verlauf jedoch sorgfältig geprüft werden.
F520 reagiert langsamer und wird häufig eingesetzt, um das Verarbeitungsfenster zu verlängern und die Verarbeitbarkeit zu verbessern. Bei zu hohem Einsatzanteil kann es jedoch auch die Durchhärtungszeit verlängern und die Entwicklung früher Eigenschaften verzögern. Unter feuchten Bedingungen oder bei dickeren Filmschichten sollte außerdem das Risiko von Schaumbildung bewertet werden.
F424 besitzt eine niedrigere Viskosität und eignet sich für VOC-arme, lösemittelfreie oder hochfeststoffhaltige transparente Bodenbeschichtungen. F2850 ist ebenfalls eine niedrigviskose Option und kann als reaktiver Verdünner eingesetzt werden. In Systemen mit hohen Anforderungen an Witterungsbeständigkeit oder chemische Beständigkeit sollte der Einsatzanteil kontrolliert und durch Prüfungen bestätigt werden.
F421 und andere Typen mit niedrigem freiem Monomeranteil eignen sich besser für Projekte mit strengeren Anforderungen an Geruch, Exposition am Arbeitsplatz oder Umweltleistung. Für hochwertige dekorative Böden, transparente Deckbeschichtungen oder Projekte mit strengeren Anforderungen an niedrige freie Monomeranteile können diese Typen eine passendere Bewertungsrichtung sein.
Entwickeln Sie eine schnellhärtende transparente Bodenbeschichtung, eine VOC-arme Deckbeschichtung oder ein dekoratives Bodensystem? Teilen Sie Feiyang Protech Ihre Ziel-Topfzeit, die gewünschte Nutzungsfreigabe, die Applikationsmethode und das VOC-Ziel mit. Unser technisches Team kann Ihnen helfen zu entscheiden, ob die Bewertung mit F420, F520, F424, F2850 oder Typen mit niedrigem freiem Monomeranteil beginnen sollte, und stellt TDS, SDS und Muster bereit.
Die Herausforderung bei VOC-armen Bodenbeschichtungen liegt meist in der Viskosität
Viele Kunden wünschen hochfeststoffhaltige, VOC-arme oder sogar nahezu lösemittelfreie Bodensysteme. Polyaspartic-Harz eignet sich gut für diese Richtung, aber niedrige VOC-Werte entstehen nicht einfach dadurch, dass man Lösemittel reduziert. Wenn der Lösemittelanteil sinkt, steigt die Viskosität. Mit steigender Viskosität können Verlauf, Entlüftung, Benetzung und Verarbeitungsgefühl beeinträchtigt werden.
Dafür gibt es mehrere Lösungswege. Ein Formulierer kann niedrigviskose Harze wie F424 oder F2850 auswählen, langsamer reagierende Typen wie F520 einsetzen, einen niedrigviskosen Härter wählen, das Pigment- und Füllstoffpaket optimieren, die Dispergierung verbessern, geeignete Lösemittel oder reaktive Komponenten im zulässigen Rahmen verwenden oder die Applikationsviskosität anpassen, wenn Ausrüstung und Verarbeiter damit umgehen können.
Das Ziel sollte nicht eine gut aussehende Festkörperzahl sein, die auf dem Boden versagt. Eine Formulierung mit etwas niedrigerem Festkörpergehalt, die gut verläuft, zuverlässig entlüftet und einfacher zu verarbeiten ist, kann mehr Wert schaffen als ein sehr hochfeststoffhaltiges System, das unter realen Bedingungen schwer zu handhaben ist. Bodenbeschichtungen müssen sowohl nach Laborergebnissen als auch nach ihrem Verhalten auf der Baustelle beurteilt werden.
Härter und Baustellenbedingungen sind ebenso wichtig
Polyaspartic-Harz wird typischerweise mit aliphatischen Isocyanat-Härtern eingesetzt. In transparenten Bodenbeschichtungen und Hochleistungs-Deckbeschichtungen sind HDI-Trimere oder modifizierte HDI-Trimere gängige Optionen. Viskosität, Funktionalität, NCO-Gehalt, Reaktivität und Witterungsbeständigkeit des Härters beeinflussen alle den fertigen Film.
Für harte, hochglänzende und abriebfeste Boden-Deckbeschichtungen werden häufig Standard-HDI-Trimere oder niedrigviskose HDI-Trimere bevorzugt. Für elastische Bodenbeschichtungen, Sportböden oder Systeme mit Gummigranulat müssen Formulierer möglicherweise Kombinationen aus elastischen Prepolymeren und HDI-Trimeren berücksichtigen. Bei VOC-armen oder lösemittelfreien transparenten Beschichtungen wird die Viskosität des Härters besonders wichtig.
Baustellenbedingungen werden häufig unterschätzt. Feuchtigkeit, Alkohole, hydroxylhaltige Materialien und einige saure Stoffe können die Reaktion beschleunigen, die Topfzeit verkürzen und Blasen, Trübungen oder Oberflächenfehler verursachen. Substratfeuchte, Umgebungsfeuchte, Ansatzgröße, Verarbeitungstempo und der Lagerzustand bereits geöffneter Harzgebinde können das Endergebnis beeinflussen.
Substrat und Grundierung nicht außer Acht lassen
Bei Bodenprojekten stehen schlechte Haftung, Blasenbildung, Delamination, Weißanlaufen oder Blushing, Krater und Pinholes häufig mit der Oberflächenvorbereitung in Verbindung. Betonuntergründe können Poren, Zementschlämme, Ölverunreinigungen, Staub, Feuchtigkeit und Festigkeitsschwankungen aufweisen. Wenn der Untergrund nicht richtig vorbereitet ist, kann selbst eine gut entwickelte Deckbeschichtung auf der Baustelle versagen.
Polyaspartic-Harz kann in Hochleistungs-Deckbeschichtungen und transparenten Beschichtungen eingesetzt werden, ist aber kein Grund, die Grundierung wegzulassen. Auf Beton sind Eindringvermögen, Versiegelung und Haftung der Grundierung entscheidend. In vielen industriellen und architektonischen Beschichtungssystemen ist eine Kombination aus Epoxidgrundierung und Polyaspartic-Deckbeschichtung eine praktische Lösung: Die Epoxidgrundierung sorgt für Versiegelung und Haftung, während die Polyaspartic-Deckbeschichtung schnelle Härtung, Witterungsbeständigkeit, Abriebfestigkeit und ein gutes Erscheinungsbild liefert.
Ein zuverlässigerer Entwicklungsweg
Bei der Entwicklung einer schnellhärtenden Bodenbeschichtung ist es sicherer, nicht mit dem schnellstmöglichen Harz zu beginnen. Zuerst sollte die Anwendung definiert werden: Baustellentemperatur, Applikationsfläche, Ziel-Topfzeit, angestrebte Zeit bis zur Nutzungsfreigabe, ob es sich um eine transparente Beschichtung handelt, ob das Produkt im Außenbereich eingesetzt wird, Substrattyp, Grundierungssystem, VOC-Ziel und Kostenrahmen.
Für eine standardmäßige schnellhärtende transparente Bodenbeschichtung kann eine Kombination aus F420 und F520 ein praktischer Ausgangspunkt sein. Niedrigviskose Komponenten können anschließend entsprechend den Anforderungen an Viskosität und Verarbeitungszeit ergänzt werden. Für VOC-arme oder nahezu lösemittelfreie transparente Bodenbeschichtungen ist F424 zuerst eine Bewertung wert. Wenn das System eine niedrigere Viskosität benötigt, können F2850 und andere niedrigviskose Polyaspartic-Harze in Betracht gezogen werden. Witterungsbeständigkeit, chemische Beständigkeit und Langzeitverhalten sollten dabei gleichzeitig geprüft werden.
Für Außenbereiche oder halb offene Bodenflächen sollten cycloaliphatische Polyaspartic-Harze und witterungsbeständige aliphatische Härter bevorzugt werden. Für stark frequentierte Bereiche oder Industrieböden reicht die Grifffestigkeit allein nicht aus. Abriebfestigkeit, Haftung, Fleckenbeständigkeit und frühe Härte sollten gemeinsam bewertet werden.
Die FEISPARTIC-Serie von Feiyang Protech umfasst schnellhärtende, langsamer härtende, niedrigviskose, monomerarme und wasserbasierte Polyaspartic-Harztypen. Auf Basis von Applikationsmethode, Festkörperziel, gewünschter Nutzungsfreigabe und Leistungsanforderungen kann das technische Team einen geeigneten Ausgangspunkt für die Formulierungsarbeit empfehlen. Bei schnellhärtenden Bodenbeschichtungen geht es im Wettbewerb nicht darum, wer die schnellste Reaktion hat. Entscheidend ist, wer Effizienz, Verarbeitungsverhalten, Erscheinungsbild und Langzeitleistung zuverlässiger in Einklang bringen kann.
Wenn Sie eine schnellhärtende transparente Bodenbeschichtung, ein dekoratives Bodensystem, eine Parkdeckbeschichtung, eine industrielle Boden-Deckbeschichtung oder ein VOC-armes 2K-Bodensystem entwickeln, wenden Sie sich an das technische Team von Feiyang Protech. Senden Sie uns Anwendung, Applikationsmethode, Ziel-Topfzeit, gewünschte Zeit bis zur Nutzungsfreigabe, Substrattyp und aktuelle Formulierungsrichtung. Wir empfehlen geeignete FEISPARTIC Polyaspartic-Harztypen und stellen TDS, SDS, Muster sowie erste Bewertungsvorschläge bereit.
